Tag 28 Hawaii nach Japan: Land in Sicht

· Cruising, Pacific, 2026, Japan

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Unsere erste japanische Insel (Okinoshima) in Sicht

So, es ist schon wieder Sonntag und wir haben endlich Land in Sicht. Morgen um exakt zwölf Uhr werden wir in der Hiroshima Kanon Marina erwartet. Sogar den Liegeplatz hat man uns schon mitgeteilt. Japan ist anders, und das werden wir zu spüren bekommen!

Ich bin sehr zufrieden damit, wie es (bis jetzt, man weiß ja nie) gelaufen ist. Vor allem damit, dass ich rechtzeitig gesehen habe, wie sich ein kreisförmiges Gebiet entwickelte, und den Jungs prophezeit habe: Das könnte ein ordentlicher Taifun werden… Na, das hat sich ja bestätigt: Bavi soll der schwerste der letzten Jahrzehnte sein. Bisher 40 Tote, und das könnte noch deutlich mehr werden. Wir haben uns deshalb für eine viel längere Route über den Norden entschieden, sodass wir nicht nur weiter weg waren, sondern auch, falls der Sturm eine andere Zugbahn genommen hätte, mehr als genug Zeit gehabt hätten, ihm „aus dem Weg“ zu segeln. Das ist der Vorteil auf See. Die Nördlichen Marianen hatten diesen Vorteil nicht und hat es sehr schwer getroffen. Auch auf Taiwan, den Philippinen, Okinawa (Südjapan, auch weit weg von hier) und bald in China bekommt man den Sturm zu spüren.

Etwas, das wir jetzt plötzlich verstehen: Vor 4 Tagen haben wir auf See angefangen, vereinzelt Schiffsverkehr auf dem AIS zu sehen. Fast immer so weit weg, dass wir die Schiffe mit bloßem Auge nicht ausmachen konnten. Eines davon war aber die Ever Irgendwas, ein Schwesterschiff der Ever Given, die vor ein paar Jahren quer im Suezkanal lag. Die hat uns irgendwann nicht mehr überholt, sondern lag einfach still. Ich wollte schon aus Spaß über UKW anfunken: Ist bei euch was kaputt, können wir helfen? Vielleicht einen Ethernet-Switch gefällig? Aber jetzt verstehen wir es: Die ist auf dem Weg nach China, und der Hafen von Shanghai ist so gut wie verlassen/geschlossen.

Wir selbst hatten vor allem mit wenig oder gar keinem Wind zu tun, kombiniert mit extremem Schwell aus der Richtung, in der der Sturm 1–2 Tage vorher war.

Auf dem Bild oben siehst du die höchsten Wellenhöhen, die ich je gesehen habe: bis zu 12 Meter. Zum Glück war es sehr langer Schwell, aber irgendwann wurden die Wellen etwas steiler und ich musste kurz an Interstellar denken. Brrrrr. Ich hatte ziemlich Angst davor, wie es näher an der Küste werden würde, aber jetzt sind wir da und es ist nur weniger geworden. Der Sturm ist gerade noch rechtzeitig hinter Japan vorbeigezogen.

Außerdem ist jetzt das ganze Gemüse (Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, eine vergessene Gurke) über Bord gegangen, das darf nicht nach Japan eingeführt werden. Gleich geht auch der restliche Biervorrat über Bord… Zum Glück nur noch nicht-ganz-so-leckeres panamaisches Bier, Arnold und ich haben das ganze Brouwdok und das gute Bier ausgetrunken.

Heute Abend müssen wir um 18:00 Uhr an der Einfahrt der Bungo-Straße sein. Wir dürfen eine halbe Stunde zu früh oder zu spät sein. So will es die Küstenwache. Warum, keine Ahnung. Und wenn es nicht klappt, müssen wir dem Agenten mailen, der gibt es dann weiter. Ich habe gerade gefragt: Ist es okay, wenn wir eine Stunde früher kommen? Und die Antwort war: Könnt ihr nicht eine halbe Stunde langsamer machen? Wink verstanden.

Na ja, morgen werden wir ordentlich beschäftigt sein, zu beschäftigt, um etwas zu posten. Außerdem müssen wir dann erst mal all die ersten Eindrücke verarbeiten. Deshalb also jetzt schon. Hoffentlich ist der Sommer in den Niederlanden ab jetzt auch etwas weniger heiß – hier geht er gerade erst richtig los und es sollen 30++ Grad sein….

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