Tag 20 Hawaii nach Japan: Absprachen mit dem Agenten

· Cruising, Pacific, 2026

Diese Seite wurde maschinell übersetzt. Original lesen (Nederlands)

Ja, ja, die Zeit vergeht wie im Flug. Morgen sind wir schon wieder drei Wochen unterwegs! Allerdings haben wir durch die Datumsgrenze einen Tag verloren: Auf Hawaii war Kaffeezeit oder Sundowner-Zeit erst 12 Stunden später als in den Niederlanden. Jetzt ist es genau umgekehrt, 9 Stunden früher! Ich schreibe das am Samstagnachmittag um fünf vor fünf, und in den Niederlanden ist es erst 17 - 9 = 8 Uhr morgens.

Ich werde heute nicht den Fehler machen, Ella oder Marion zu unserem Sundowner anzurufen, denn gestern Abend war die Eröffnung der Tall Ships Races, und dort hat Marion völlig zu Recht den ersten Nathan-Hornstra-Kulturpreis gewonnen! Eigentlich ein trauriger Anlass, denn in Harlingen (bzw. eigentlich Sexbierum) ist letzte Woche Nathan gestorben. Noch jemand, den wir kennen. Nathan war mit mir im Lions Club und war unter anderem bis vor Kurzem Schatzmeister der Tall Ships Races. Dort hat Marion viel mit ihm zusammengearbeitet. Schön, dass der Vorstand Nathan jetzt ehrt, indem er diesen Preis ins Leben ruft und ihn dann an Marion verleiht!

Wer den Tracker verfolgt, sieht, dass wir ziemlich mühsam hin und her kurven. Das hat alles mit dem Wetter zu tun. Mir war schon immer klar, dass man beim Segeln nach Japan im Sommer das Risiko von Wirbelstürmen eingeht (die hier nicht Hurrikan, sondern Taifun heißen). In der Planung war deshalb auch Luft, um einen Umweg zu fahren oder den Sturm vor uns durchziehen zu lassen. Vor etwa acht Tagen sah ich auf der Wetterkarte, die ich zweimal täglich checke, schon ein Gebiet, bei dem ich dachte: Hoffentlich geht das gut. Und siehe da, es wurde von Tag zu Tag größer. Ich war schon ein bisschen stolz, dass erst am vierten Tag auch ein japanischer Meteorologe auf Reddit darüber berichtete: Ich hatte es also früher entdeckt. Und erst zwei Tage später fing das Joint Typhoon Weather Center mit Warnungen an. Das JTWC ist eine Zusammenarbeit von US Navy und Air Force – offenbar schon eine Meldung wert, dass die überhaupt zusammenarbeiten. Na ja, zusammen mit dem japanischen Wetterdienst behalten wir das natürlich im Auge.

Der Taifun zieht Richtung Guam und danach Richtung Taiwan und China. Davon bekommen wir also nicht so viel ab. Er wird daran gehindert, nach Norden abzudriften (was sie gerne tun), und zwar von einem riesigen Hochdruckrücken, der sich von Japan aus nach Osten erstreckt. Das heißt, wir haben zwei Möglichkeiten: in der Nähe des Taifuns weitersegeln, mit womöglich doch ziemlich viel Wind und auf jeden Fall hohen Wellen, oder durch das Hoch hindurchmotoren, in der Hoffnung auf etwas Wind auf der anderen Seite. Um das Risiko so klein wie möglich zu halten, haben wir uns für die zweite Option entschieden. Das heißt, seit heute Morgen läuft der Motor, und diese Woche darf er hoffentlich ein paar Tage aus sein, bevor er dann bis Japan wieder ran muss. Ist halt so: lieber das, als ein Risiko einzugehen – das mögen wir nicht.

Außerdem bin ich fleißig mit dem Agenten beschäftigt, Kirk und seiner Mitarbeiterin Mari. Wir hatten vereinbart, nach Osaka zu segeln, und zwar in den Yachthafen Shin Nishinomiya Yacht Harbor (新西宮ヨットハーバー), weil sich dort das Einklarieren regeln lassen sollte. Bei näherem Hinsehen wären wir dort aber so ziemlich die erste Yacht überhaupt gewesen, jedenfalls stellten sich sämtliche Beamten offenbar ziemlich quer. Am Wochenende war Einklarieren sowieso nicht möglich. Dann stellte sich auch noch heraus, dass der Yachthafen dienstags seinen Ruhetag hat (durchaus logisch), was aber bedeutete, dass wir dienstags auch nicht ankommen durften. Nach gemeinsamer Absprache dann eben nach Hiroshimakanon Marina (広島観音マリーナ). Dort dürfen wir am Wochenende ankommen und auch am Ruhetag Dienstag. Aber auch hier will die Küstenwache wissen, um wie viel Uhr wir an der Ansteuerungstonne der ersten Durchfahrt sind (rund 120 Meilen vom Yachthafen entfernt), und alle Beamten wollen 7 Tage vorher eine vorläufige und spätestens 48 Stunden vorher eine endgültige Ankunftszeit. Daran musst du dich dann auch mit einer Toleranz von weniger als fünf Minuten halten. Pfffff.

Nachdem ich vorher schon die üblichen Unterlagen wie Schiffspapiere, Versicherung, Passkopien usw. geschickt hatte, waren diese Woche noch fünf Formulare dran:

  • ein Vogelgrippe-Formular (dass wir die nicht haben): Check
  • ein Formular über das Eigentum der Crew (Geld, Alkohol): Check
  • ein Ebola-Formular (dass wir das nicht haben und auch nicht in der Nähe des Kongo waren): Check
  • eine Gesundheitserklärung des Schiffs: wie viele Menschen unterwegs an einer Krankheit gestorben sind: Check
  • eine Schiffserklärung über heikle Dinge an Bord wie Waffen und Alkohol: Aha

Ich hatte zuerst angegeben: 5 Flaschen Wein, 5 Liter Bier (der letzte „Kees 60“-Karton), eine halbe Flasche Whisky und 2700 ml (drei Flaschen) Rum. Für 3 Mann schien mir das kein großes Problem. Aha. War es aber doch, war wohl „zu viel“ für „zollfrei“. Und die anderen Optionen sind: unter Verschluss, bis wir Japan wieder verlassen, oder verzollen. Und beides ist vor allem ein Haufen Aufwand, auf den niemand Lust hat. Das Interessante ist, dass es trotz klarer Regeln (10 kg pro Person kein Problem) in der Praxis offenbar niedrigere Grenzen gibt, die aber niemand genau kennt. Da angebrochene Flaschen nicht zählen, trinken wir jetzt das Bier aus (hicks) und machen den Rum auf (der Whisky war schon offen). Dann hat Marion noch ein schönes Fläschchen Wein, wenn sie ankommt. Übrigens ist das „Kees 60“ ziemlich deutlich über dem Haltbarkeitsdatum, ob wir das noch trinken, ist also noch in der Diskussion. Das DIPA von Brouwdok, das wir auch noch haben, hat mehr Alkohol und ist noch bestens, wir müssen also nicht darben.

Apropos Essen und Trinken … denn das ist neben Bücherlesen und Bootssoftware (Kees) bzw. einem neuen Geheimprojekt (Maarten) und natürlich dem Wetter das, was uns beschäftigt. Maarten kann zum Beispiel richtig gut Ananas zubereiten. Eigentlich eher massakrieren. Leider haben wir erst beim zweiten Mal gefilmt, und da hat er sich zurückgehalten, schade.

Außerdem stellt sich heraus, dass wir kein frisches Gemüse (ok, fast alle) und Obst (vielleicht ein paar Orangen, doppelte Portion pro Tag) und kein frisches Fleisch, auch kein gefrorenes, einführen dürfen. Zum Glück steht Käse nicht auf der Liste, wir müssen den industriellen amerikanischen Käse im Gefrierfach also nicht wegwerfen. Gekochtes ist ok, also heben wir uns die Reste vom Rendang, das Marion bei 35 Grad in Panama gekocht hat, bis zum Schluss auf. Ohnehin gehen die Reste natürlich erst am letzten Abend über Bord.

Außerdem kann jetzt jeder Reis kochen, wir haben Abwechslung bei den Gerichten – die Hamburgerbrötchen sind alle, und jetzt gibt es Sachen wie Pasta mit Tomatensoße, Wurst mit Reis usw. Nur Burritos haben wir noch reichlich. Kurz gesagt: Wir essen jeden Tag wieder richtig lecker.

Ach ja, und zum Schluss: Das Geheimnis des Brotbackens ist auch gelüftet: Das amerikanische Mehl enthält Backmittel. Wenn ich also auch nur ein kleines bisschen von diesem Mehl nehme (egal ob weiß oder Vollkorn), dann geht das Brot auf wie verrückt!

Und dann als allerletzte Meldung: Vor drei Tagen haben wir ein Schiff gesehen!

Die Wai Hai v02 unterwegs von Santiago de Chile nach China

Kommentare