Tag 12 Panama nach Hawaii

· Cruising, Pacific, 2026

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Meine Güte, schon wieder 6 Tage verflogen! Und ihr seid natürlich gespannt, was wir alles erlebt haben. Das lässt sich eigentlich kurz zusammenfassen:

  1. Wir haben geschlafen
  2. Wir haben gegessen
  3. Wir sind 5 Tage bei sehr ruhigem Wind von achtern im „Schmetterling“ gesegelt (auf Englisch „butterfly“)
  4. Seit gestern brummt der Yanmar wieder. Seit heute Morgen zusätzlich mit dem Code 0. Das bringt 0,5 bis 1 Knoten mehr Fahrt.
  5. Wir müssen noch 2 Tage motorsegeln.

Für die Durchhalter dann die lange Version…

Die Stimmung ist bestens, trotz der Hitze. Zum Glück hält es sich heute einigermaßen in Grenzen. Gestern war wirklich jeder mit seinem Latein am Ende. 35,4 Grad Celsius ist nicht mehr gemütlich. Und dazu noch knallblauer Himmel. Rudolf und ich haben nach dem Mittagessen eine Stunde an den Segeln gearbeitet und waren danach von der Hitze völlig „k.o.“. Not kennt kein Gebot, also gab es ein panamaisches Bierchen, das in der Wärme himmlisch schmeckte. Das panamaische Bier hat offenbar durchweg so um die 4 % Alkohol, schön leicht also. Abends war Arnold mit Kochen dran, und kochend kam er dann auch aus der Kombüse. Nicht auszuhalten. Wie gesagt, heute sind es „nur“ 32 Grad, also schon ein Stück besser.

Drei Tölpel, am nächsten Morgen hatten sie das Steuerbordpaneel komplett weiß gemacht.

Am Morgen nach dem letzten Beitrag haben wir uns mal die Solarpaneele angeschaut. Jetzt verstehe ich, wie man hier im 19. Jahrhundert meterdicke Schichten Guano (Vogelkacke) von den Inseln gekratzt hat. Meine Güte, was können 2–3 Vögel in einer einzigen Nacht viel kacken. Und es ging auch noch schwer ab. Danach sehen wir sie kaum noch auf den Solarpaneelen landen; sieht so aus, als hätten sie eine Vorliebe für etwas, das schon weiß ist.

Jiminy Grille ist unverwüstlich. Ich habe ihm schon eine halbe Dose „Pief Paf“ gewidmet. Erst in der Leinenkiste im Cockpit, danach in der TR. Gestern Abend war er, nachdem er 2 Nächte still gewesen war, plötzlich wieder an Deck zu hören, ich glaube, er sitzt jetzt im Kielkasten. Dieses Pief Paf müsste doch eigentlich helfen, es ist ja für alle kriechenden Insekten und so weiter. Wird irgendwo bei Rotterdam hergestellt, ist aber für die Karibikinseln gedacht. Hochgradig krebserregend und wirkt deshalb normalerweise perfekt gegen Krabbeltiere. Jiminy gehört, glaube ich, zur Sorte Armageddon-Überlebende.

Das Essen. Heute haben wir unser letztes Fabrikbrot aus Panama. Gestern hatte ich es so satt, dass ich es morgens getoastet habe, mit einem Spiegelei obendrauf, und mittags gab es Toasties mit diesem amerikanischen Fake-Käse. Wobei der hier von Président war und behauptete, Cheddar zu sein. Hmmmm. Lecker war’s trotzdem. Ab morgen also selbst Brot backen. Ich freue mich schon drauf, frisches Brot. Zum Abendessen machen wir etwas mit Pasta, Reis oder Bohnen. Oder, und das war ein Erfolg: Hamburger mit Käse-Ei-Tortilla (die spanische Variante). Wir haben jetzt noch für zweimal Hamburger, aber nur noch für einmal Tortilla. Heute Abend wieder Bohnen, mit viel Gemüse, denn den Lauch haben wir ein bisschen vergessen. Eine Dose Thunfisch dazu, denke ich, Zwiebelchen, Tomatensoße, Paprika, Knoblauch. Kurz gesagt, wir essen eigentlich überhaupt nicht schlecht, aber ich glaube, in 2,5 Wochen werde ich mit riesigem Appetit ein riesiges amerikanisches STEAK verdrücken!

Wettermäßig konnten wir uns nicht beklagen, denn wir sind 5 Tage herrlich ruhig mit ausgebaumter Fock auf der Luvseite gesegelt. Das klappt prima, solange der Wind nicht unter 9 Knoten fällt, denn dann reicht der Druck im Segel nicht mehr, um den Baum zu halten. Dann sackt die Fahrt auf 3 Knoten ab. In der Vorhersage gab es auch viele Gewitterwarnungen. Da steht zwar nicht direkt „Gewitter“, sondern „CAPE-Index“, eine Art Maß dafür, wie viel Energie in der Luft steckt. Aber wir hatten jedes Mal keine nennenswerten Wolken in der Nähe und folglich auch kein Gewitter. Wir haben es zwar fast jede Nacht irgendwo in extremer Ferne (40+ Meilen) gesehen, aber eben nicht bei uns. Schön. Der versprochene Temperaturrückgang lässt noch auf sich warten, aber irgendwann nächste Woche, wenn wir auch in den Passat kommen, sollte es so weit sein. Auf Hawaii sollen es 25 Grad sein, das klingt für uns prima.

Ein kleines „Späßchen“ hatten wir am Mittwochmorgen. Ich lag noch im Bett und hörte zweimal einen Hubschrauber vorbeifliegen! Und das rund 300 Meilen vor der Küste? Arnold hat es nachgeschaut, und es stellte sich heraus, dass es der Aufklärungshubschrauber eines mexikanischen Thunfischfängers war. Offenbar waren wir besonders genug, um uns mal genauer anzuschauen.

Der Thunfisch-Späher

Am Donnerstag war das Ereignis der Nacht, dass Rudolf plötzlich hochschreckte. Im Cockpit saß ein Rotschnabel-Tropikvogel mit einem Fisch, der ihm nicht schmeckte oder zu groß war? Jedenfalls war es am nächsten Morgen wieder eine ziemliche Sauerei…

Rotschnabel-Tropikvogel zu Besuch

Ansonsten kommen wir alle in den „Flow“. Ein gutes deutsches Wort fällt mir dafür nicht ein, und Google Translate sagt auch „Flow“. Es bedeutet, dass sich die Tage aneinanderreihen. Wir wissen nicht mehr so recht, welcher Tag ist, und alle Tage sind ungefähr gleich. Das Schöne daran ist, dass man nichts „muss“, denn man kann auch nichts, außer ein bisschen auf das Boot aufzupassen und die spärliche Navigationsarbeit zu erledigen. Was dabei hilft: Der Schiffsverkehr ist am „Aussterben“. Vorgestern verschwand das letzte Schiff vom Bildschirm, und seit 2 Tagen ist keins mehr in Sicht.

Arnold angelt und Rudolf hängt am Handy
Nichts Besseres zu tun, als lustige GPS-Positionen zu bemerken

Gestern haben wir beschlossen, einen kleinen Umweg zu einem bestimmten Fleckchen auf dem Ozean zu machen, aber das behalte ich noch für mich. Die Kenner können ja schon mal vorausspicken.

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