Tag 6 Panama nach Hawaii

· Cruising, Pacific, 2026

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Tschüss, Panama!

Heute ist Sonntag, der 10. Mai. Da wir am Dienstag, dem 6. Mai, losgefahren sind, ist das schon unser 6. Tag auf See. Gegen 14:00 Uhr sind wir 5x24 Stunden unterwegs. Davon sind wir bis gestern Nachmittag alles unter Motor gelaufen. Problemlos brummt der Yanmar dann die Stunden weg. Weil wir eine Treibstoffreserve behalten wollten und der Wind weiter draußen sowieso nicht früher kam, hatten wir keine Eile. Mit 1500–1600 Umdrehungen und 5 bis 6 Knoten Fahrt ging es stetig voran.

Es ist allerdings zeitweise richtig heiß, das Meerwasser hat 31 (!) Grad. Wenn dann die Sonne scheint, wird es sehr warm. An manchen Tagen war es schön bewölkt, und dann ging es. Vor allem das Kochen ist eine Herausforderung. Und jetzt, wo wir segeln, müssen die meisten Luken auch noch geschlossen bleiben, was es noch wärmer macht. Zum Glück wird es in ein paar Tagen etwas kühler, 28 Grad. Und rund um Hawaii „nur“ noch 24. Solange genug Wasser in den Tanks ist (und bei ruhigem Wetter können wir mit dem Wassermacher nachproduzieren), darf jeden Tag geduscht werden. Damit bleibt es halbwegs erträglich.

Das allererste Brouwdok, getrunken auf dem Pazifischen Ozean!

Ich lasse jeden Tag ein Programm laufen, das irgendwo in der Cloud die beste Route für uns ausrechnet. Manche Segler nehmen dafür Windy, aber das kommt bei Weitem nicht an PredictWind heran. Seit diesem Jahr habe ich sogar ein „Kästchen“ von denen an Bord. Das funktioniert als Internet-Router, speichert die Fahrtdaten des Boots und schickt sie nach Neuseeland. Dort wird daraus ein Geschwindigkeitsprofil erstellt und mit jeder Meile, die wir segeln, verfeinert. So wissen sie, wie schnell die Merrimac segelt, und die Vorhersage wird immer genauer. Sie nennen das „KI“, aber das finde ich etwas übertrieben. Mit ein paar ganz normalen Filtern und Mittelwerten kommt man da auch hin. Jedenfalls läuft es wie am Schnürchen. Am Dienstag hieß es, wir würden am Sonntagmorgen Wind bekommen, und verdammt, es ist jetzt Sonntagmorgen und wir haben Wind!

Die Sonnenuntergänge sind oft wunderschön

Ansonsten essen wir jeden Tag gemeinsam zu Mittag, trinken zusammen ein Feierabendbier und essen gemeinsam zu Abend. Das Frühstück lassen Arnold und ich ausfallen, Rudolf isst ein Schälchen Joghurt (dazu beim nächsten Mal mehr). Punkt fünf gibt es ein paar Chips, Erdnüsse oder ein Stück Käse/Wurst mit einem Bier oder einer Limo. Danach kocht der Wachgänger, der die erste Wache hat, und nach dem Essen spült der dritte Wachgänger ab.

Die ersten beiden Tage haben wir von Marion vorgekochte Mahlzeiten gegessen, danach mussten wir aber selbst ran, denn der Zucchinivorrat war groß und Zucchini verderben schnell. Leider mussten wir schon vier Stück über Bord gehen lassen. Auch mit der Wassermelone hätten wir nicht bis zum 5. Tag warten sollen: schon fröhlich am Gären und nicht mehr lecker. Da rächt es sich, dass wir nicht genug Platz haben, um alles kühl zu lagern. Inzwischen ist einiges weggegessen und es passt gerade so. Vielleicht klappt es jetzt besser. Karotten, Zwiebeln, Orangen und Äpfel halten sich auch ungekühlt prima. Heute Nachmittag probieren wir mal eine Ananas!

Außerdem lesen wir, Arnold schaut auch Filme auf seinem Handy. Und ich bin mit Claude dabei, die Automatisierung des Boots zu erneuern. Die Software ist inzwischen 16 Jahre alt und reif für eine gründliche Überholung. Dafür kann ich meine neue Lieblingsprogrammiersprache „Rust“ bestens gebrauchen. Grafisch sieht das Ganze jetzt wieder modern aus, und es wird auch an neuen Funktionen gearbeitet. So schalten die Displays jetzt schon automatisch zwischen Tag- und Nachtmodus um, und auch die Helligkeit wird angepasst. Bei Letzterem muss allerdings noch einiges nachjustiert werden.

Weißbauchtölpel – oder auf gut Deutsch: Scheißvögel!

Übrigens haben wir noch mehr Bewohner als Arnold, Rudolf und Kees. Da ist eine Grille, die irgendwo in Panama zugestiegen ist und die ganze Nacht zirpt, aber unauffindbar bleibt. Wir sind gespannt, ob er oder sie es bis Hawaii schafft und wir dann den Beamten von der Lebensmittelsicherheit melden müssen: Hier sitzt irgendwo eine Grille, viel Spaß beim Fangen! Außerdem haben sich gestern zum ersten Mal Weißbauchtölpel an Bord gewagt. Ihren englischen Namen, Booby, verdanken sie dem spanischen Wort „bobo“, „dumm“. Das kommt daher, dass sie schon damals dazu neigten, auf Schiffen zu landen, wo man sie dann leicht fangen und aufessen konnte. Man muss ihnen wirklich ein Fall vors Gesicht flattern lassen, bevor sie die Saling wieder verlassen. Später haben sie es am Bugkorb versucht, da liegt jetzt eine Schot drüber drapiert, auf der sie mit ihren Plattfüßen nicht bequem sitzen können. Warum wir sie lieber nicht an Bord haben? Weil sie alles vollkacken. Rudolf und auch Pitou (Liselotte und Machiel) haben uns gewarnt!

Bisher lag unser Kurs zwischen WNW und NW, wobei wir ungefähr parallel zur Küste gesegelt sind. Jetzt, wo der Wind uns erreicht hat, laufen wir fast genau nach Westen, in zwei Wochen wird es wieder WNW. Noch 4040 Meilen bis Honolulu!

Sobald uns wieder etwas einfällt, worüber wir schreiben können, kommt der nächste Beitrag…

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