Woher der Name „Merrimac“ kommt
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Ich werde oft gefragt, woher der Name „Merrimac“ eigentlich kommt. Na dann, hier ist die Geschichte!
Merrimac ist der indigene Name eines Flusses in New Hampshire, heute in moderner Schreibweise Merrimack. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet das schnelle Strömung, also kein schlechtes Omen.
Ich habe den Namen allerdings aus einem Buch von Simon Vestdijk, seinem sechzehnten Roman Puriteinen en Piraten („Puritaner und Piraten“), nach seinen eigenen Worten ein Schelmenroman. Ich habe ihn mit vierzehn gelesen: Im Buch wird ein Schiff gebaut, mit dem heimlich auf Kaperfahrt gegangen werden soll – von Reedern, die eine geheime Absprache mit dem Steuermann haben. Das geht natürlich auf alle möglichen Arten schief und so weiter. Die eigentliche Hauptrolle spielte in meinen Augen aber die Merrimac, ein Schiff mit einem für das 18. Jahrhundert unerhörten Längen-Breiten-Verhältnis, nämlich 3 zu 1.
Unser vorheriges Boot bekam diesen Namen nach zwei „Fehlstarts“: Zuerst kam „Who is Afraid of Red, White and Blue“ (eine Anspielung auf die Restaurierung von Barnett Newmans Gemälde Who is afraid of Red, Yellow and Blue III, das im Amsterdamer Stedelijk Museum mit einem Messer zerschlitzt worden war; die Reparatur der Waarschip 570, die Koen und ich wieder flottgemacht haben, war vergleichsweise genauso kompliziert), dann „Havsfru“, der erste große Kauf von Marion und mir, eine Marieholm 26. Havsfru heißt auf Dänisch Meerjungfrau, passend für ein dänisches Schiff. Beide Namen erfüllten allerdings nicht die geheimen Richtlinien für den Namen einer Segelyacht: kurz, leicht zu buchstabieren und in vielen Sprachen auszusprechen, mindestens auf Niederländisch und Englisch.
Als wir dann die Scanner 391 kauften, waren wir uns deshalb schnell einig: Merrimac. Als in den Jahren danach unsere Kinder zur Welt kamen, stellte sich heraus, dass der Name sogar prophetisch war: Alle unsere vier Anfangsbuchstaben (C, M, E und A) stecken im Schiffsnamen.
Und dann sind wir auch noch nach Harlingen gezogen. Damit schloss sich der Kreis: Harlingen ist der Geburtsort von Simon Vestdijk. Das Städtchen spielt deshalb in vielen seiner Romane eine Rolle, unter dem Decknamen Lahringen.
Simon Vestdijk ist ein Schriftsteller, den das breite Publikum schon fast vergessen hat, den Adriaan Roland Holst aber einmal als „den Mann, der schneller schreiben konnte, als Gott lesen kann“ gelobt hat. In unserem Harlingen lebt er noch ein bisschen weiter, etwa mit einem Filmfestival im vergangenen Jahr im Milûk und natürlich als Namensgeber der örtlichen weiterführenden Schule. Und damit eben auch des festen Liegeplatzes unserer Merrimac.
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