Neues Beiboot (im Entstehen)

· Cruising, 2025, Tenerife

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Vorgestern war es schon wieder Zeit, Marion zum Flughafen zu bringen. Sie hatte zu Hause viel um die Ohren gehabt mit dem ganzen Milûk-Kram und hat hier ordentlich Schlaf nachgeholt. Ein gutes Buch gelesen (“What we can know” von Ian McEwan, auf Deutsch „Was wir wissen können“), zum Vulkan hochgefahren, die Stadt angeschaut, einmal Golf gespielt, meistens gut gegessen, und viel mehr nicht. Sie hatte es nötig! Es lag auch ein bisschen am Wetter: In den letzten Tagen ihres Besuchs hat es zum ersten Mal seit einem Jahr im Südosten von Teneriffa geregnet, und dazu ordentlich Wind. An dem Tag, an dem wir zum Teide gefahren waren, gab es in der Nordwestecke der Insel hohe Wellen, und ein paar Touristen haben mal wieder einen Darwin Award gewonnen (hoffentlich.) Es wurde davon abgeraten oder es war sogar verboten, auf die Mole zu gehen, aber man ist ja nicht umsonst Tourist und dickköpfig. Drei Tote… Das kam sogar in den Acht-Uhr-Nachrichten im niederländischen Fernsehen, also bekam vor allem ich so einige Nachrichten, ob bei uns alles in Ordnung sei! Bei uns war alles bestens. In den Tagen danach gab es bei drehendem Wind zwar etwas Geschaukel im Hafen, aber nichts Beunruhigendes.

Am Tag, nachdem Marion nach Hause geflogen war, sollte ich nach Santa Cruz, in die Hauptstadt, umziehen. Und zwar, weil es in den Marinas in der Nähe des Flughafens keinen Liegeplatz mehr gab. Wie immer: herrliches Wetter, volle Sonne, und kein Wind, oder 2–3 Knoten genau auf die Nase. Also unter Motor nach Santa Cruz. Nach der Anmeldung bei der Hafenbehörde und der Marina kamen die “Marineros” mit einem Boot zu mir raus. Sie dürfen dort liegen, Señor: mit dem Hintern zur Pier, und vom Steg eine Leine aufnehmen, mit der Sie dann vorn an einer schweren Mooringkette festliegen. Weil hinten noch kein Beiboot hing, konnten sie einfach an Bord steigen und helfen, denn allein ist das schon ein ziemlich fummeliger Job. Zumal ich das mit diesem Boot, glaube ich, erst zum zweiten oder dritten Mal mache. Der starke Wind hatte den Steg hier allerdings etwas ramponiert, also musste ich die Leinen zusätzlich an Augen in der Kaimauer festmachen. Kein Problem, aber dadurch ist es bei Niedrigwasser eine ziemliche Kletterpartie, vom Steg runterzukommen, denn alle langen Boote haben diese Leinen…

Inzwischen hatte ich Kontakt mit Navalia Yachting, sie wollten das Beiboot nach vier Uhr vorbeibringen. Gegen fünf ist es dann da. Wie jetzt abladen und zu Wasser bringen, denn es gibt nur eine steile Rampe, die nicht bis zur Wasserlinie reicht? Kurz zurück zum Steg gelaufen, weiter hinten waren sechs Männer offensichtlich mit dem letzten Abend ihres Charterurlaubs beschäftigt. Sehr laute, unverständliche Musik, Shazam sagte Rumänien. Es waren ausgesprochen nette Moldauer, die natürlich sofort helfen wollten. Zu fünft das Beiboot zu Wasser gebracht (dabei gleich die ersten Kratzer, weil es ziemlich grob zuging; bevor ich sagen konnte, nein, ich will das so und so, war es schon passiert. Na ja, ist eben so, dann ist der erste Kratzer wenigstens schon drin.) Danach lief es natürlich sofort voll, denn es war kein Lenzstopfen drin…. Oh, und dieses Beiboot läuft auch sehr voll. Wo das alte Dingi einen doppelten Boden hatte, über den das Wasser im leeren Zustand nicht stieg, schwappte es hier ordentlich rein. Der Händler wollte einen Stopfen holen. Später meldete er sich, er komme gegen Ladenschluss, um sieben, wieder vorbei. Inzwischen war mir aufgefallen, dass auch keine Tank- und Motoranschlüsse am Kraftstoffschlauch dran waren, also eine SMS hinterhergeschickt. Und nach einer Gummi-Scheuerleiste gefragt. Die hatte er nicht.

Als der Herr wiederkam, hatte er nur einen Stopfen dabei. Aber wo sind die Anschlüsse? Ohne die bringt mir ein Beiboot, das für den Motorbetrieb gedacht ist, nicht allzu viel. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass er sie zwar hatte, bei ihm aber kein Groschen gefallen war, dass ich sie dann auch mitgeliefert haben wollte. Seufz. Jetzt bringt er sie heute Nachmittag vorbei, und ich bezahle sie ihm extra.

In der Zwischenzeit ist auch die Wäsche erledigt, ein Sitzpolster der Salonbank hat einen zusätzlichen Stopper gegen das Wegrutschen bekommen, und die Tracking-Software für Pelagia und mich ist wieder auf dem neuesten Stand.

Und da ist der Herr… Mit einem (kostenlosen!) Yamaha-Anschluss für den Motor, aber einen für Honda hat er überhaupt nicht… Seufz, hätte er das früher gesagt, hätten Marion oder KJ + Tan ihn noch mitbringen können. Dann eben am Montag weiter. Auch der Wassersportladen in der Stadt hat ihn nicht. Auf dem Rückweg aus der Stadt noch nett mit einem gewissen Piet auf einer JPK 39 geplaudert, der auch um die Welt segelt. JPKs sind sehr schnelle, leicht gebaute Boote, aber diese fährt nach Charter-Vorschriften, ist also durchaus sicher. Sie haben ein einfaches System, um die jungen Leute abzuwimmeln, die betteln, ob sie mitfahren dürfen: Wir sind ein Unternehmen, also kostet es 100 € pro Tag. Tja, das ist ihnen natürlich zu teuer! Ich hatte auch schon etliche am Boot, aber ich bin voll. Sonst wird man manchmal echt genervt. Sehr lästig. Vielleicht ein Schild ans Boot hängen: NO HITCH HIKERS?

So, die Kojen sind bezogen, noch schnell ein paar Leinen machen, um das Beiboot hochzuhieven, und ich bin bereit für KJ (Kommer Jan) und Tan (Tanneke). Sie kommen heute Abend und bleiben dann sechs Wochen an Bord. Das wird ein schnelles Proviantieren, denn ich will am Dienstag, dem 18., Richtung Kapverden los…

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