Centro Nautico Algés

· Cruising, 2025, Repair

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Heute ist Sonntag, der 5. Oktober, und ich bin schon wieder eine Woche an Bord. Es wurden wieder etliche Bootsarbeiten erledigt, unter anderem gab es wieder einige Änderungen im Navigations-„Blackbox“-Raum.

Da ich im Deckshaus inzwischen komplett mit B&G-Kartenplottern mit Beta-Software unterwegs bin, schien es mir doch sinnvoll, ein Backup mit einem anderen System zu haben. Geworden ist es ein Orca Core2, zusammen mit der Orca-App auf dem iPad (und bei Bedarf auf Laptop und Handy). Es ist ein ordentliches Backup, hat aber noch nicht die Funktionalität der richtigen Kartenplotter. Attraktiv ist allerdings, dass du weltweit Karten hast, soweit sie welche haben. Irgendwann schreibe ich mal ein Review dazu.

Außerdem habe ich den Router durch ein Dual-Use-Kästchen von PredictWind namens DataHub ersetzt. Es ist dafür gedacht, zwei WAN-Ausgänge zum Iridium Go!Exec und zum Starlink zu haben und den Geräten an Bord WLAN und Ethernet bereitzustellen. Das ist an sich nicht aufregend und ginge auch mit jedem x-beliebigen Router. Allerdings hat es auch eine NMEA-2000-Schnittstelle, und damit macht das Kästchen zwei nette Dinge. Erstens liefert es auf dem Ozean „Over the Horizon“-AIS-Daten: Über die Satellitenverbindung holt es Infos über Schiffe, die zwischen 200 und 30 Meilen von dir entfernt sind, und zeigt sie auf dem Kartenplotter an. Damit vergrößerst du also die Reichweite, du musst die Daten nicht mehr selbst empfangen. So wirst du schon Stunden, bevor du ein Schiff überhaupt sehen könntest, gewarnt. Mal sehen, wie nützlich das ist. Zweitens wandelt es die Segeldaten (Wind und Geschwindigkeit) automatisch in ein Polardiagramm um; wie ich sehe, heißt das in der neuesten Version jetzt „AI Polars“. Jaja, KI. Die Idee ist jedenfalls, dass PredictWind mit diesen Daten lernt, wie schnell dein Boot ist, und anhand dieser Daten die Routenplanung verbessert. Das finde ich ziemlich praktisch.

Der Konstrukteur dieses Schenker-Kästchens sollte sich schämen, absolut nicht wartungsfreundlich

Außerdem wurde die zweite Pumpe des Wassermachers ersetzt, die nach 2 Stunden schon den Geist aufgegeben hatte. Von Douwe (KMY) hatte ich eine neue mitbekommen. Ich dachte, die Sache hätte ich in einer Stunde erledigt, aber Schenker hat die Pumpeneinheit so blöd konstruiert, dass ich von 9 bis 15 Uhr damit beschäftigt war. Außerdem stellte sich heraus, dass der Wassermacher schon stank, also musste Säure rein, um ihn zu reinigen. Dann musst du auch die Filter wechseln. Leider wieder einen Einbaufehler entdeckt: Die Filter waren noch mit der Plastikfolie drum herum eingebaut. Wer denkt sich so was aus? Grr.

Bolzen und Zylinder des Hoyt-Baums wieder repariert

Und das Wichtigste: der Hoyt-Baum. Als ich zurückkam, war der Baum schon montiert und alles schien sehr schön repariert. Beim Bolzen war das auch so: überall wunderschöne Buchsen eingesetzt, alles dreht sich wie geschmiert und mit minimalem Spiel. Aber nach ein paarmal probeweise Heben und Senken ging der Baum nur noch nach oben. Oh nein, nicht das schon wieder. Das hatten wir auf Aruba auch schon; der Baum ist auf der einen Seite mit Gas (Stickstoff) gefüllt und auf der anderen mit Hydrauliköl, dessen Druck du vom Cockpit aus regeln kannst. Lässt du das Öl ab, drückt das Gas das Öl wieder heraus und der Baum geht nach oben. Wenn er nur noch nach oben geht, ist die Dichtung zwischen Gas und Öl verschlissen, und es gelangt langsam immer mehr Öl in den Gasteil. Sofort Douwe angerufen, der wollte sich nach einem Servicekit erkundigen, konnte aber erst am Dienstag etwas tun. Nur ist das in den Niederlanden, nicht da, wo ich bin. Also Tiago eingeschaltet, den Werftchef. Am Ende wurde der Zylinder am Montag um 17 Uhr von einer externen Firma (spezialisiert auf Hydraulik) abgeholt und exakt 48 Stunden später repariert zurückgebracht. Tecnodraulica bekommt also (ebenfalls) ein dickes Lob: prima und schneller Service. Dass es dann nicht ganz billig ist, verzeihe ich ihnen gern, die Originaldichtungen sind sicher nicht billig und mussten per Kurier kommen.

Neuer Temperatursensor im Kühlschrank

Dazu noch an der Software fürs Boot und der neuen Radarsoftware herumgebastelt, und schon war die Woche wieder rum. Ich habe mich beim Werftchef Tiago Marcelino vom Centro Nautico Algés ausführlich bedankt und ihn gelobt. Ihre normalen Preise liegen ein Stück unter denen in den Niederlanden, der Dreher ist etwas teurer, aber sie können was und halten, was sie versprechen, auch zeitlich. Also eine klare Empfehlung, vor allem im Sommer, wenn sie an der Algarve keine Zeit haben. Einziger Nachteil: Du musst an Land, wenn es länger als ein paar Stunden dauert.

Am Freitag konnte ich ins Wasser und bin zum Ankerplatz östlich von Cascais gefahren, wo ich vorher schon mit Ella lag. Anfang Oktober ist es dort doch deutlich ruhiger als Mitte August! Heute Nachmittag bin ich in die Marina von Cascais eingelaufen, damit Koen morgen bequem an Bord kommen und sich in Ruhe eingewöhnen kann. Koen kommt ein paar Tage früher als Saskia, die bis einschließlich Mittwoch noch vor der Klasse stehen muss. Er kann schön bei den letzten mechanischen Arbeiten helfen. Es gibt keine Showstopper mehr, aber irgendwas ist ja immer zu tun. Der Großbaum knarzt ein bisschen, die Winschen müssen gefettet werden, im Zylinder des Backbordruders ist noch Luft, und ich habe bestimmt noch das eine oder andere vergessen.

Wenn Saskia da ist, werden wir wohl ziemlich bald nach Porto Santo bei Madeira aufbrechen. Das sind 477 Seemeilen, also sollte das in 2,5 Tagen zu schaffen sein.

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