Kirkwall, Orkney
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Es ist schon wieder ein Jahr her, dass hier im Blog das letzte Update erschienen ist. Den ganzen Winter über habe ich den richtigen Moment verpasst, die Atlantikrunde auch hier noch zu Ende zu erzählen.
Ich versuche jetzt, das schnell wiedergutzumachen und es nachträglich aufzuschreiben – eigentlich für niemanden, aber gut, dann ist es wenigstens fertig.
Außerdem schreibe ich bald die ersten Wochen der diesjährigen Reise auf, aber jetzt lege ich erst mal nicht-chronologisch los, sonst wird das nie mehr was: ein bisschen Druck für mich selbst also.

Am Dienstagmorgen sind wir, nachdem wir beim Hafenmeister von Peterhead bezahlt hatten, zur ersten Bucht an der Ostseite von Mainland aufgebrochen, sie heißt Deer Sound. Wir hatten einen sehr entspannten Törn bei herrlichem, aber kaltem Wetter. Also schön drinnen im Deckshaus. Mittlerweile haben wir das neue UKW-Funkgerät durchschaut und werden rechtzeitig gewarnt, wenn uns ein Schiff (zu) nahe kommt.

Nach einer herrlichen Nacht vor Anker in Wasser ganz ohne Wellengang sah ich morgens die Oester vorbeifahren. Als nach Mittag die Tide gekippt war, sind wir hinterher und haben in der Marina von Kirkwall festgemacht.

Kirkwall ist die Hauptstadt der Orkney-Inselgruppe. Wir waren 2011 schon mal zu viert hier, als wir eine Runde um Großbritannien gesegelt sind, aber damals hatten wir (a) mehr Eile und (b) war das Wetter etwas schlechter. Seit wir Richtung Orkneys unterwegs sind, ist das Wetter für hiesige Verhältnisse zwar kälter als normal, aber auch viel sonniger. Sozusagen herrliches Frühlingswetter wie in Holland. Zwar zeigt das Thermometer auch jetzt nur 12 Grad, aber die Sonne scheint ausgiebig von 3 Uhr morgens bis 11 Uhr abends. Die Batterien sind sogar wieder ganz voll.

Orkney ist ein viel lebendigerer Teil Schottlands als die Ostküste (Peterhead), wo die Armut im Vergleich zu vor 11 Jahren zwar zurückgegangen, aber immer noch ziemlich groß ist. Den Wohlstand verdanken sie vermutlich dem Tourismus, der hier in beachtlichem Umfang vorhanden ist. Es kommen rund 200 große bis sehr große Kreuzfahrtschiffe mit bis zu 5000 Gästen pro Anlauf. Das ist ein enormer Schub für die Wirtschaft, die ansonsten von Fischerei, ein bisschen (karger) Landwirtschaft und Ölverarbeitung leben muss. Das letzte Standbein sind wohl die „reichen“ Leute aus dem Rest Großbritanniens, die für einen Lifestyle-Wechsel hierherkommen. Laut Reiseführer bleiben sie, wenn sie ein paar Winter durchhalten.
In den letzten Tagen haben wir uns zu Fuß und mit Fahrrad+Roller ein bisschen in der Gegend umgesehen.


Die Kathedrale ist 850 Jahre alt und sehr schön. Diesmal haben wir uns auch die Burgruinen angeschaut, die Marion beim letzten Mal allein besichtigen musste. Heute Morgen hatten wir eine Führung in der (zumindest nach eigener Aussage) besten Whiskybrennerei der Welt gebucht, Highland Park. Ein bisschen früh für einen „wee dram“, aber sehr lecker und eine nette Geschichte. Mit einem anschließenden Besuch im Kathedralenmuseum und im Orkney Museum haben wir unsere Kulturdosis für heute wieder intus.


Ab morgen Nachmittag haben wir ein Auto und können uns die besonderen Altertümer ansehen. Die Orkneys sind nämlich schon seit rund 8000 Jahren besiedelt, und es gibt Überreste aus der Zeit um 5000 v. Chr. Beim letzten Mal haben wir sie mit dem Bus besichtigt, aber der Busfahrer ist offenbar in Rente gegangen, denn die Linie gibt es nicht mehr.
Fortsetzung (und damit auch Vorgeschichte) folgt!
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