Tauchen mit Martijn

· Bonaire, 2021

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Auf unserer Überfahrt 2019 war André mit an Bord. Der war früher ein begeisterter Taucher, hat aber inzwischen Probleme mit den Ohren. Unsere Ohren dagegen hat er uns vollgequatscht, wie toll Tauchen doch sei. Jaja, André, aber jetzt sind wir erst mal am Segeln…

Und dann sitze ich plötzlich mutterseelenallein für längere Zeit auf Bonaire fest. Erst im Lockdown, aber Ende April werden die Maßnahmen allmählich zurückgefahren, man darf wieder ins Restaurant, und so langsam sind auch wieder soziale Aktivitäten erlaubt. Das Boot ist längst klar für die große Überfahrt, und Marion und Els kommen erst am 12. Mai. Und dann kommt auf einmal ein Dinghy vorbei, eine Dame an der Pinne und ein Herr, der in perfektem Englisch fragt, ob er das Unterwasserschiff reinigen darf. Nö, muss nicht, das hatte ich schon jemand anderem versprochen. Aber wenn er so ein guter Taucher ist: Welche der vielen Tauchschulen würde er denn empfehlen, um einen PADI-Open-Water-Kurs zu machen? Da musste Martijn nicht lange überlegen: sich selbst natürlich! Wir werden uns schnell einig: Ich mache bei ihm einen Privatkurs, statt in einer Tauchschule mit einer Gruppe, wo der Lehrer oder die Lehrerin die Aufmerksamkeit auf mehrere Leute verteilen muss.

Ein paar Tage später habe ich die Theorie durchgearbeitet und erfolgreich abgeschlossen, und es geht mit Martijn tauchen. Er entpuppt sich als echt netter Kerl und wohnt direkt am Strand, genau vor einem Tauchplatz. Vor 15 Jahren hatte ich schon mal ein „Mini-Tauchdiplom“ gemacht, um unter dem Boot arbeiten zu können, also bis 3 Meter Tiefe. Der erste Tauchgang klappt deshalb gleich ziemlich gut, und wir schaffen alle Übungen („Skills“ heißt das bei PADI) in 2 Tauchgängen. Beim zweiten Mal geht es sogar schon zum Riff, damit es auch was zu sehen gibt. Alles läuft wie am Schnürchen, und nach 4 Tauchgängen heißt es: bestanden! Superschnell dank der perfekten Eins-zu-eins-Betreuung. Und das auch noch an supertollen Tauchplätzen, jedes Mal woanders, mit steigendem Schwierigkeitsgrad.

Das Schöne am Tauchen auf Bonaire für Touristen ist, dass du mit dem Auto zu einem Tauchplatz fahren und dort einfach ins Meer laufen kannst. Das soll ziemlich selten sein, meistens musst du kürzer oder länger in einem Boot sitzen, das dich hüpfend und seekrank zum Tauchplatz schaukelt. Noch besser ist natürlich, dass sich das Riff entlang und unter dem Mooringfeld der Segelboote einfach fortsetzt, du also von deinem eigenen (oder einem fremden) Boot aus tauchen kannst. Ich bin denn auch von der 8 (Robbert und Luuke), von der Baradal (mit Uli, bei Klein Bonaire) und von der Merrimac aus getaucht. Richtig cool!

Der Kontakt mit Martijn, der nach dem Lockdown durchaus wieder Lust aufs Arbeiten hatte, und seiner Freundin Catherine ist richtig nett. Wir gehen ein paarmal zusammen essen und lachen viel über die Abenteuer der anderen.

An einem Sonntag schreibt er mir per WhatsApp, ob ich Lust hätte, mit ihm und Cat bei der „Street Art Rally 2021“ mitzumachen. Na klar! Wie sich herausstellt, hat ein Künstler, Kenneth Letsoin aus Rotterdam, 5 Wochen lang überall auf der Insel Wandbilder gemalt. Alles ist leicht zu finden, und hier und da bekommen wir eine nette Führung über das Grundstück, auf dem das Bild entstanden ist. Wir landen schließlich bei einem Paar, das die Betonmauer an seinem Grundstück hat aufhübschen lassen. Das Haus, selbst gebaut und „fast fertig“, steht an einem wunderschönen Fleck an der Ostküste, mit derzeit noch fantastischer Aussicht. Leider wissen die Einheimischen zu berichten, dass das tiefer gelegene Gelände darunter an Projektentwickler verkauft wurde, die dort 1600 Häuser bauen dürfen…

Die Vögelchen, für die Kenneth bekannt ist…

Und dann ist es auch schon fast so weit… Marion und Els kommen an, und nach einer Woche mit Erledigen und letzten Handgriffen, in der Els und ich noch ein paar Tauchgänge mit Martijn machen, heißt es schon wieder Abschied nehmen von Bonaire!

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