Aufbruch
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Morgen ist es so weit, wir dürfen los. Wir brechen Richtung Aruba auf. Die letzte Woche war ein einziges Hin und Her von allen möglichen Nachrichten auf Facebook darüber, wann die einzelnen Länder wieder öffnen würden. Am Ende haben wir uns also für Aruba entschieden. Dort dürfen wir die Quarantäne auf unserem eigenen Boot verbringen. Die Tage, die wir auf dem Weg dorthin unterwegs sind, werden davon abgezogen. Für Proviant wird gesorgt, und alles ist bestens organisiert. Danach kommt das Boot an Land. Die Marina hat uns in den letzten Tagen immer wieder gemailt und über die Möglichkeiten auf dem Laufenden gehalten, und gestern kam dann die erlösende Nachricht, dass die Seegrenze heute, am 14. Mai, geöffnet wird.
Warum nicht Curaçao? Vor Ort haben sich Leute mächtig ins Zeug gelegt, um für Segler möglichst gute Bedingungen hinzubekommen, aber leider hat die Regierung nicht mitgespielt. Das lief auf eine Pflichtquarantäne in einem von der Regierung bestimmten Hotel hinaus, für 125 Euro pro Person und Nacht, immerhin inklusive 3 Mahlzeiten. Anschließend wirst du dann ins Flugzeug nach Hause gesetzt. Bis heute war überhaupt nicht klar, was in der Zwischenzeit mit dem Boot passieren sollte, also hatte niemand Lust darauf. Viele Segler wollen in den Monaten der Hurrikansaison auch einfach an Bord bleiben. Trotz aller Mühe von Marc vom Hafen in Curaçao und Victor vom OCC: Wir fahren nach Aruba.
Wir hatten hier im Hafen eine schöne Woche. Gleich von Anfang an hatten wir Kontakt zu Truus und Klaas von der Eternity, die wir aus der Facebook-Gruppe kannten. Sie haben uns schnell gezeigt, wo es langgeht. Wie sich herausstellte, wohnte ein paar Boote weiter eine Thailänderin, die bis gestern jeden Tag 2 Gerichte gekocht hat. Über eine WhatsApp-Gruppe wurde morgens das Menü gepostet, zum Beispiel so:
Guten Morgen zusammen😊 vergesst nicht, eure Bestellung für heute Abend aufzugeben. Hier noch mal die Tagesmenüs.
Menü 1: SATAY CHICKEN 7 € Menü 2: BEEF WITH FRESH BASIL 7 € Dessert: Obsttörtchen 3 € 🧁
Bitte bestellt euer Essen vor 15 Uhr
Danke!😇🇨🇷🌶


Ein paarmal haben wir uns ein köstliches Essen gegönnt, das direkt an Bord geliefert wurde – luxuriöser geht’s doch kaum!
Truus und Klaas sind kurz vor unserer Ankunft in ein Resort gezogen und haben ihr Schiff auf einen Frachter Richtung IJmuiden verladen lassen. Einen anderen Niederländer im Hafen, Dick, hatten wir unterwegs schon mal in der Ferne segeln sehen. Als er in Mustique mit seinem Beiboot mit Vollgas an uns vorbeigeschossen ist, was wegen der Schildkröten verboten war, hat er sich von Kees einen ordentlichen Anpfiff eingefangen. Also bin ich etwas verlegen auf ihn zugegangen, habe mich im Namen von Kees entschuldigt und ihn zum Essen eingeladen. Was für ein netter Abend das war! Endlich haben wir uns auch mal die Mühe gemacht, den Grill anzuwerfen, für Lammkoteletts und Saté mit herrlicher surinamischer Erdnusssoße. Vielleicht ein bisschen zu viel getrunken, aber sei’s drum.
Am Montag, dem 11. Mai, wurden die Regeln etwas gelockert, sodass wir ein Stück weiter laufen durften. Gestern sind wir erst zu einem großen Hypermarkt gelaufen, 2 km von hier, und nachmittags bin ich noch mal 3 km in die Stadt und zurück gelaufen. Tut gut, sich endlich wieder zu bewegen. Allerdings bin ich dabei durch ein sehr armes Viertel gekommen, nicht immer ein angenehmes Gefühl.





Und heute also grünes Licht von Aruba. Wasser getankt, Proviant und vor allem Wein für 2 Wochen gebunkert, ausklariert, und morgen geht’s los. Auf nach Aruba, etwa 520 sm, und wir rechnen damit, am Montag anzukommen. Natürlich kannst du uns wieder über unseren Tracker verfolgen. Wann wir nach Hause fliegen können, ist noch nicht klar, aber es ändert sich gerade so viel so schnell, dass wir davon ausgehen, dass auch das nicht mehr allzu lange dauert.
Bis bald!
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