Besuch von der Gendarmerie
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Mal ein kleines Update aus dem Norden von Guadeloupe. Die Langeweile lauert. Bei dir und bei uns. Das Foto unten kannst du bewegen, es ist ein 360-Grad-Foto. Zieh einfach mit der Maus im Bild herum. Auf dem Handy oder Tablet kannst du auch versuchen, das Gerät in die gewünschte Richtung zu drehen!!
Wir lagen und liegen in der großen Bucht an der Nordseite (sozusagen zwischen den beiden Schmetterlingsflügeln). Zuerst hatten wir uns ein Plätzchen südlich von Port Louis ausgesucht, bei einem Minidörfchen namens Petit-Canal. Der Vorteil der Bucht: Es ist nicht voll, sie ist riesig (28.000 ha) und man liegt sehr geschützt. 100 % kein Schwell, das ist auch mal schön! Jedenfalls wurden wir mit dem bescheidenen Supermarkt doch etwas unruhig: Da liegst du in Frankreich und kannst keinen französischen Käse kaufen! Bier, Wein und Tiefkühlfleisch schon. Ach ja, und natürlich „La Vache qui Rit“. Der Bäcker hatte nur Baguette und, wenn man früh genug dran war, ein Croissant und ein Pain au Chocolat. Das Dörfchen war, mit anderen Worten, schon ziemlich arm. Die Stimmung war aber sehr entspannt, bei meinen vier Landgängen hat mich keine Sekunde lang jemand schief angeschaut. Vorgestern sind wir dann in eine Bucht etwas weiter südwestlich „umgezogen“, so etwa 5 Meilen hinter den Riffen und in der Nähe der Dörfchen Lamentin und Destrellan. Nach zwei Wochen Stillliegen herrlich, mal wieder zu fahren, und wenn es auch nur unter Motor war. Als wir fast an der gewünschten Stelle waren, kam ein orangefarbenes RIB der Gendarmerie vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Die Herren waren französischer Herkunft. Sie fragten, woher wir kämen. Marion konnte gut erklären, dass wir schon seit Wochen in Gwa waren, also war alles okay (obwohl wir laut französischer Regierung eigentlich gar nicht mehr verholen dürfen …). Über unsere Beschwerde wegen des Supermarkts mussten sie herzlich lachen und bestätigten: „Die Kreolen essen keinen Käse!“ Kurzum, sie waren nur freundlich, wollten wissen, was für ein Boot wir haben usw., wünschten uns noch viel Erfolg mit unserer „sozialen Isolation“ und meinten, unser Platz sei wunderschön, jetzt, wo nur noch zweimal am Tag geflogen wird. Das haben wir dann auch gemerkt: Wir liegen wirklich direkt unter der Anflugschneise, man kann die Räder zählen! Wenn wir weiter verholen wollen (über die Bucht hinaus), sollen wir uns bei Pointe-à-Pitre melden, ginge per UKW-Funk. Über Baie Mahault bin ich mit dem Roller zum Supermarkt in Destrellan gefahren. Ein Carrefour, Größe XXL. Hier gab es alles, viele Besucher mit Mundschutz und jede Menge Sicherheitsleute, die die Leute grüppchenweise reinließen. 10 Minuten Wartezeit (drinnen, mit Klimaanlage, es gibt Schlimmeres). Sogar Törtchen hatten sie noch, so konnte ich Marions Geburtstag von letzter Woche nachfeiern! Voll bepackt mit u. a. Weißwein, Bier, französischem Käse, Aufschnitt und prächtigen Steaks (ebenfalls Nachholaktion), Mehl zum Brotbacken, Baguettes, Schwarzbrot, Pringles, Hamburgern, einem HDMI-Kabel und noch vielem mehr habe ich es gerade so auf unserem kleinen Roller zurückgeschafft. Zum Glück sind sie hier im Verkehr sehr rücksichtsvoll mit Zweirädern! Kurz gesagt: Wir liegen hier extrem gut und angenehm. Ein kleiner Nachteil: Wir liegen ganz in der Nähe von Mangroven, also müssen wir uns an Mücken und No-see-ums gewöhnen: diese winzigen schwarzen Pünktchen, die fies summen und stechen!
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