COVID-19

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Heute ist das erste Mal seit 22 Jahren, dass wir nicht bei Arnolds Geburtstag dabei sind. Wir haben ihn um Mitternacht niederländischer Zeit angerufen, damit wir wenigstens ein bisschen dabei sind. Er ist mit Ella in Harlingen, und sie hat schön die Girlanden aufgehängt.

Ich überspringe jetzt mal ein Stück, darauf komme ich in einem späteren Blog zurück. Was die Welt gerade beschäftigt, das Coronavirus, wirkt sich auch auf unsere Reise aus. Inzwischen liegen wir seit einer Woche in einer traumhaften Bucht an der Nordseite von Guadeloupe.

https://goo.gl/maps/PstxGyoWzor4fTCc6

Das Wasser ist herrlich, es gibt keine Wellen, selbst wenn es mal stärker weht, wir können wunderbar schwimmen und weit und breit liegt niemand. Die ersten Tage war schönes Wetter, und heute scheint die Sonne auch wieder, aber wir haben gerade fünf Tage Regen hinter uns. Den fangen wir mit dem Bimini (dem Sonnendach über der Plicht) auf. So können wir eine herrliche Regendusche nehmen und haben zusätzlich Trinkwasser, manchmal sogar 30 Liter. Inzwischen haben wir das Beiboot so an Deck gelegt, dass es das ganze Wasser Richtung Wassertank leitet. Mangel haben wir also keinen. Uns geht es gut. Nach den französischen Regeln darf eine Person zum Einkaufen raus, also geht Kees ab und zu an Land und holt frisches Brot. Beim letzten Mal war der Supermarkt auch wieder gut bestückt, und Klopapier haben wir garantiert noch genug!

Wie sieht die Lage sonst aus? Wir können nirgendwo hin. Die meisten Inseln lassen keine Boote mehr rein. Wir sind in Frankreich, und hier ist es Sportbooten sogar offiziell verboten, zu fahren. Unser Plan, nach Curaçao zu segeln und das Boot dort für die Hurrikansaison an Land stehen zu lassen, ist damit unsicher geworden. Wir verstehen das ja: Die meisten Boote, die hier unterwegs sind, sind Charterboote mit alle zwei Wochen neuen Leuten an Bord. Ein Boot mit zwei Italienern wurde schon vor zwei Wochen aus Antigua weggeschickt. Aber wenn wir Corona haben sollten, dann haben wir es uns hier eingefangen.

Wir sind einer Facebook-Gruppe niederländischer Boote in der Karibik beigetreten, die extra für das ganze Seglertheater rund um Corona gegründet wurde. Obwohl die meisten Fahrtensegler schon ewig nicht mehr in Europa waren, werden sie manchmal behandelt, als hätten sie das Unheil eingeschleppt. Es gibt Geschichten von Beibooten, die von Einheimischen aufgestochen wurden. Ein norwegisches Boot mit einem fünfjährigen Kind an Bord wurde in Curaçao abgewiesen, man drohte sogar, sie wieder aufs Meer hinauszuschleppen, obwohl sie nicht genug Vorräte an Bord hatten. Das ist inzwischen geklärt, und sie wurden unter Auflagen reingelassen: 14 Tage Quarantäne. Was auf dem eigenen Boot natürlich überhaupt kein Problem ist. Wir hören auch Geschichten von Schiffen, die von ihrer Mooring losgeworfen wurden. Es ist bizarr, fast wie im Krieg.

Inzwischen hat ein Paar die Initiative ergriffen und sich an die verschiedenen Behörden gewandt, mit der Bitte an Curaçao, niederländische Fahrtensegler doch reinzulassen. Darauf hoffen wir, sonst brauchen wir einen Plan B. Das könnte sein, nach Amerika zu segeln, dort werden Schiffe reingelassen, aber dann müssen wir wieder ein Visum organisieren. Oder ganz nach Hause zurücksegeln, aber das ist schon eine ordentliche Strecke.

Na gut, wir warten einfach mal ab. Vorerst vertreiben wir uns die Zeit mit Arbeit für Redwood (Kees), Schwimmen, Lesen, Spielen, mal einem Film und, wenn das Wetter schön ist, einem Nickerchen in der Hängematte!

Ganz liebe Grüße von uns und bleibt gesund!

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