Rekord aufgestellt und trotzdem ein Tränchen verdrückt

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Heute fliegt André nach Hause. Wieder so ein zwiespältiges Gefühl: Einerseits werden wir ihn vermissen, andererseits freuen wir uns, dass Loek seinen Vater und Leo ihren Mann wiederbekommt. Und dass sie dann endlich die Geschenke unter dem Baum auspacken können☺️.

Aber wir haben seine Gesellschaft, seine Anwesenheit und seine Hilfe riesig genossen. Außerdem hält er jetzt den REKORD: längster Gast aller Zeiten auf Merrimac – zwei Monate (eigentlich glaube ich, dass er überhaupt unser längster Gast ever ist, ich weiß nicht mehr genau, wie lange Connie damals noch bei uns in Leiden gewohnt hat). Andererseits fühlt es sich eher so an, als hätten wir ein Familienmitglied dazubekommen.

Ich glaube, dass es ihm zugutegekommen ist, dass André immer ganz ruhig bleibt und viel Geduld hat – nur so konnte er es so lange bei uns aushalten. Alle möglichen Arbeiten, längst nicht immer angenehm, unter nicht immer idealen Bedingungen, wurden ohne Seufzen und Stöhnen erledigt. So lange Wasser ösen, bis alles perfekt trocken war. Sich Kees’ Fluchen anhören und einfach an sich abperlen lassen.

André konnte stundenlang ruhig vor sich hin schauen, während die anderen lasen. „Ich denke nach“, war die Antwort, wenn wir fragten, ob ihm nicht langweilig sei oder ob er vielleicht ein Buch wolle. Das Büchlein über Suriname ist meines Wissens das einzige Werk, das er auf Papier gelesen hat, ansonsten waren es Nachrichten und WhatsApp auf dem Handy.

Spleißen und Angeln konnte er wie kein Zweiter, wir werden also noch viel Freude an seinen Kreationen haben. Den Fang und das Zerlegen des ersten Thunfischs werden wir nie vergessen.

Auch Selfies machen habe ich von ihm gelernt, und vielleicht mache ich das jetzt öfter, damit wir ein besseres Logbuch haben.

Auf jeden Fall haben wir genug Erinnerungen und Running Gags, um erst mal eine Weile davon zu zehren.

Kees und ich bringen ihn jetzt zum Flughafen. Da ich bei Abschieden aller Art ziemlich nah am Wasser gebaut bin, habe ich ihn schon vorgewarnt, dass ich am Flughafen womöglich ein Tränchen verdrücken werde. Daran wurde ich die ganze Woche über erinnert: „Weinst du nachher, wenn ich gehe?“ Haha, so bin ich nun mal, das ist nichts Persönliches.

André, es waren zwei fantastische Monate, du passt nahtlos in unser Leben an Bord. Komm gern noch mal mitsegeln, aber bring dann Loek und Leo mit!

  1. November 2019: Beginn der Reise ab Schiphol
  1. Dezember 2019: Andrés Abflug aus Suriname.

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