Las Palmas – Mindelo, Kap Verde
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Anders als in früheren Beiträgen angekündigt, können wir am Samstag doch nicht auf der Werft liegen bleiben, es kommen nämlich noch ein paar Schiffe zur Reparatur. Obwohl die Jungs immer total freundlich waren, ist der Chef komplett ausgerastet, als wir nach Alternativen gefragt haben. Der Hafen war nämlich voll, und eigentlich wollten wir noch nicht los, bevor wir sicherer sein konnten, dass das Bugstrahlruder nicht mehr leckt. Nicht sein Problem, er sei schließlich kein Hafen. Verzieht euch. Wir seien keine Kunden von ihm und es sei ihm auch völlig egal.
Wir beschließen, vor Anker zu gehen. Da wir keine Lust mehr auf die Hektik von Las Palmas hatten, sind wir nach Süden gefahren und haben in einer Bucht den Anker geworfen. Dort hat es allerdings mächtig geschaukelt, die erste Eingewöhnung an die Schiffsbewegungen war also schon mal abgehakt.
Wegen des plötzlichen Aufbruchs hatten wir noch ein paar letzte Kleinigkeiten zu erledigen, und am Sonntag um halb zehn morgens waren wir startklar, mit 840 Meilen Luftlinie vor dem Bug.
Der Wachplan wird aufgestellt, abwechselnd je zwei Stunden:
André um 6 und 12 Uhr
Marion um 8 und 2 Uhr
Kees um 10 und 4 Uhr
Nach ein paar Tagen hat sich alles prima eingespielt. Sogar Marion konnte schon mehr machen: lesen, Spiele spielen, Netflix schauen und kochen. Für die ersten Tage hatten wir Essen vorbereitet, aber es wurde immer leichter, sich einfach an Bord zu bewegen. Auch dank des raumen Kurses war das gut machbar. Wir gönnen uns zur Happy Hour sogar ein Bierchen, etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte.
Das Wetter wird immer besser, aber wir schaffen das geplante Etmal nicht, also Ankunft am Samstag statt am Freitag.
Fischer André gibt sich mit zwei Leinen hinter dem Boot alle Mühe, fängt aber noch nichts.
Am Mittwoch bekommen wir zum ersten Mal Besuch von einer riesigen Delfinschule, die bestimmt eine halbe Stunde lang um und vor dem Boot herschwimmt. Fantastisch, davon kriegt man nie genug.
Kurz darauf: BISS! An der Angel an Backbord hängt etwas Riesiges. Leider reißt die Schnur, bevor wir sehen können, was es war, aber es war ein echter Brocken. Jetzt schwimmt da draußen ein Fisch mit einem rosa Plastiktintenfisch an der Lippe herum. Schade.
Dann schaut Kees nach der Leine an Steuerbord: AUCH BISS!! Diese Leine ist auf einer Handrolle, und Kees fängt an, sie einzuholen. Das ist gar nicht so einfach, jedes Mal, wenn der Fisch abtaucht, wird das Einholen richtig schwer. Aber schließlich klappt es, und er wird an Bord gehievt. Zu unserer großen Überraschung ist es ein Thunfisch!! Was für ein schöner Fang, wir sind mächtig stolz, das haben viele noch nie geschafft, und bei uns gleich beim allerersten Mal! 3,5 Kilo am Haken!
Nachdem der Fisch sich nicht mehr bewegt (das war eine ziemliche Aktion, auf die ich lieber nicht näher eingehe), legt Kees gleich mit dem Filetieren los. Frischer kann Sashimi nicht sein. Wir beschließen, es erst mal einzufrieren, aber am nächsten Tag schmeckt es zur Happy Hour einfach köstlich.
Am nächsten Tag besucht uns wieder fast eine Stunde lang eine riesige Delfinschule, und wir sitzen mit den Kameras im Anschlag. Kees’ 360-Grad-Kamera im wasserdichten Gehäuse, am Stock im Wasser. Das wird tolle Aufnahmen geben. Leider müssen wir uns darauf noch etwas gedulden: Der Stock bricht ab, und die Kamera treibt jetzt irgendwo herum. Vielleicht findet sie ja jemand?
Inzwischen sehen wir auch Schwärme von fliegenden Fischen vorbeiziehen, und eines Morgens finden wir zwei an Bord. Dazu noch einen kleinen Tintenfisch.
Kees entdeckt, dass man nachts, wenn man mit der Taschenlampe übers Wasser leuchtet, lauter kleine Augen vorbeiziehen sieht. Was das ist, müssen wir noch herausfinden.
Am letzten Tag vor unserer Ankunft in Mindelo begegnen wir dem ersten Boot seit Tagen. Die Pata Negro segelt unter Gennaker schön an uns vorbei, und wir machen tolle Fotos. André hält über UKW-Funk ein nettes Schwätzchen mit dem englischen Skipper. Sie nehmen am RORC teil, einer Regatta über den Atlantik. Wir tauschen Mailadressen für die Fotos aus, sie haben mit ihrer Drohne Aufnahmen gemacht.
Samstagmorgen um acht Uhr Ortszeit kommen wir in einem vollen Mindelo an. Viele Boote bereiten sich hier auf eine Atlantiküberquerung vor. Ständig kommen Leute vorbei, auf ein Schwätzchen oder auf der Suche nach einer Mitsegelgelegenheit.
WLAN gibt es nur in der Floating Bar, also essen wir dort zu Mittag mit einem großen Glas Bier und abends mit einer leckeren Mahlzeit.
Jetzt sitzen wir beim örtlichen Bäcker bei Kaffee und etwas Süßem und laden so viel wie möglich hoch und runter, damit wir die kommende Überfahrt mit Büchern und Filmen/Serien füllen können.










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