Madeira – Lanzarote

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Nachdem ich Els in aller Herrgottsfrühe am Flughafen abgesetzt habe, geht’s zurück zum Boot, wo die Herren noch selig schlummern. Abends kommen Paz und Carlos zum Sushiessen an Bord. Das Sushi mache ich mit köstlichem Thunfisch aus Madeira, den Paz noch hatte, und einem Fisch, den Miguel in der Woche davor gefangen hat: ein Cavala da India (Wahoo) von bestimmt 1,50 Meter. Ein Gedicht, natürlich. Am Montag gehen wir in Porto Muniz schwimmen. Die Wellen sind höher und spektakulärer, als ich sie dort je erlebt habe, und der Bademeister pfeift uns regelmäßig vom Beckenrand weg. Manchmal werde ich bis zur Mitte des Beckens zurückgerissen. Megacool! Das Video ist erst nach dem Schwimmen entstanden, vermittelt aber einen guten Eindruck von den Bedingungen.

Im Madeira Shopping erledigen wir noch die letzten Einkäufe und beschließen, dort auch gleich etwas zu essen. Die Herren entscheiden sich für den Dönerladen, wo es sogar das Gericht „Kapsalon“ gibt.

Am nächsten Tag brechen wir nach Lanzarote auf. Nach einigem Hin und Her per Mail und Telefon hat Kees einen Liegeplatz in Puerto Calero… nein, in Porto Rubicon gefunden. Weil der Hafen von Las Palmas voller Schiffe liegt, die mit der ARC über den Atlantik wollen, sind die anderen Häfen hoffnungslos überlaufen, es war also gar nicht so einfach.

Als wir Quinta do Lorde verlassen und die Segel gesetzt haben, sehen wir ein Stück weiter die Gulden Leeuw vor Anker liegen. Also machen wir einen kleinen Umweg und fahren für ein paar Fotos an ihr vorbei.

Es weht ordentlich und das Wetter ist prima. Wir segeln an den Ilhas Deserthas vorbei, um zu kontrollieren, ob sie tatsächlich verlassen sind. Das ist der Fall, also können wir weiter. Der Törn ist 300 Meilen lang, und nachts gehen wir zu dritt Wachen von 2, manchmal 3 Stunden. Es ist eine helle Nacht mit viel Mondlicht, und wir begegnen niemandem. Nach 31 Stunden auf See laufen wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit in den Hafen ein. Nach dem Einchecken lotsen uns die Hafenmeister zu unserem Liegeplatz, ganz hinten in der Ecke. Wir wollen rückwärts anlegen, aber ohne Bugstrahlruder und bei dem kräftigen Wind ist das gar nicht so ohne. Zum Glück bekommen wir vom Boot des Hafenmeisters einen kleinen Schubs, sodass die Drehung klappt und Kees das Boot gekonnt anlegt. Wir essen in einem der ersten Restaurants, die uns über den Weg laufen und in dem ordentlich was los ist. Wir nehmen den lokalen Wein, der uns richtig gut schmeckt. Müde, aber zufrieden fallen wir in unsere Kojen.

Am nächsten Tag schauen wir uns erst mal an, wo wir hier eigentlich gelandet sind. Es ist ein sehr touristischer Hafen, rundherum Restaurants, Läden, Läden, Ferienhäuser, Hotels und noch mehr Läden. Wunderschön angelegt, sauber und mit freundlichen Leuten. Und auch ein paar Touristen. Was auf Madeira nicht mehr geklappt hat, wird sofort erledigt: der Friseur. Auf Wunsch, wenn auch nicht ganz freiwillig, hier also ein Foto vom Ergebnis.

Am Samstag machen wir eine organisierte Inselrundfahrt. Ein besonderes Erlebnis. Hier wächst rein gar nichts, weil es nicht regnet – es sieht aus wie auf dem Mars oder dem Mond. Was sie allerdings anbauen können, sind Weintrauben, lernen wir. Die Reben werden in eine Mulde gepflanzt, um die herum ein halbmondförmiges Mäuerchen steht. Der Lavaboden sorgt für Wärme und Kondenswasser. Es gab eine Zeit, da war Wein billiger herzustellen als Trinkwasser. Erst seit 1964 haben sie eine Anlage, die das Salz aus dem Meerwasser holen kann. Uns macht es nichts aus, den Wein zu trinken.

Die ersten Bewohner der Insel haben neben jeder Menge Sklaven aus Afrika auch Kamele (eigentlich Dromedare) mitgebracht. Wir könnten also einen kleinen Kamelritt machen, verzichten aber dankend.

Dann gibt es noch ein paar Vorführungen zur Hitze in einem der Vulkane (davon gibt es 100 auf der Insel). Direkt unter der Oberfläche ist es richtig heiß, bis zu 400 Grad. Deshalb nutzen sie das als Gasherd, es gibt einen Zweig, der sofort Feuer fängt, und Wasser, das in ein Loch gegossen wird, sodass ein Geysir entsteht.

Gegen Ende des Tages kommen wir zu ein paar Höhlen, die fantastisch ausgebaut wurden: mit Restaurant, Teich, Bar und, ganz spektakulär, einem Konzertsaal. Fantastisch!

Es war ein aufregender Tag, wir haben viel gesehen, verspüren aber keinen Drang, diese Insel als Urlaubsziel zu empfehlen – obwohl hier immerhin 3 Millionen Touristen im Jahr empfangen werden. Ich schreibe das hier, während die Herren ein aufregendes Formel-1-Rennen schauen. Klingt sehr spannend! Morgen geht’s wieder hinter Vetus her, mal sehen, ob sie uns helfen können, hier oder in Las Palmas.

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